Dr. phil. Margret Bürgisser

Sozialforscherin, ISAB, Luzern, Schweiz

Details

Dr. Margret Bürgisser ist Sozialforscherin und Inhaberin des Instituts für Sozial­forschung, Analyse und Beratung ISAB in Luzern. Seit rund 30 Jahren forscht sie über Gleichstellung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, partnerschaftliche Rollenteilung, engagierte Vater­schaft und andere Themen. Ein besonderes Anliegen ist ihr der Transfer wissenschaft­licher Erkenntnisse in die gesellschaftliche Praxis.

Vortrag "Partnerschaftliche Rollenteilung – eine Bilanz nach 20 Jahren"
Zusammenfassung

Viele junge Paare möchten Gelderwerb, Kinder­betreuung und Hausarbeit partner­schaft­lich teilen, wagen es aber wegen traditionellen Rollenprägungen oder aus Angst vor Nachteilen nicht. Dabei beinhaltet dieses Modell viele Chancen.

Die Sozialforscherin Margret Bürgisser hat 28 Schweizer Elternpaare mit partner­schaftlicher Rollen­teilung in Abständen von ca. 10 Jahren dreimal über ihre Erfahrungen interviewt und 2016 auch deren Kinder befragt. Im Rahmen ihres Referats präsentiert sie die wichtigsten Ergebnisse ihrer Studie. Sie vermittelt einen Überblick über die Motive, Erfahrungen und Beurtei­lungen der „Rollenteilungs-Pioniere“. Ihr Fazit: Nicht nur auf kurze Dauer, sondern auch im Zeitverlauf sind egalitär organisierte Paare mit ihrem Rollenmodell mehr­heitlich sehr zufrieden. Fast alle – selbst geschiedene – würden es wieder wählen. Gleichwohl eignet sich das Modell nicht für jedermann. Die besten Voraussetzungen haben Paare mit vergleichsweise hohem Bildungsstand, annähernd gleichen Löhnen und beschränkter Karriereorientierung. Auch familienergänzende Kinderbetreuung erleichtert die Wahl des Modells.

Weiter legt die Forscherin dar, wie die erwachsenen Kinder die im Elternhaus erlebte Rollen­teilung beurteilen und sich ihre eigene Zukunft vorstellen. Auch die junge Generation bewertet das egalitäre Rollenmodell ausnehmend positiv. Gegen 80% der Befragten möchten es im Falle einer Familiengründung ebenfalls wählen. Das egalitäre Modell scheint sich von einer Generation zur nächsten zu transferieren.

Das Buch zur Studie: „Partnerschaftliche Rollenteilung ein Erfolgsmodell“

(erscheint im September 2017 im hep Verlag, Bern)

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